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     Messmittelmanagement
   



 Grundlagen

Grundlagen für

wirtschaftliches

Messmittelmanagement 



Einleitung

W
issenschaft und Technik stützen sich auf Messergebnisse. Die Erwartungen der Kunden an die Qualität von Produkten wird immer höher. Durch geeignete Qualitätsmanagementmaßnahmen wird die wirtschaftliche Stellung eines Unternehmens im Europäischen Binnenmarkt und auf dem Weltmarkt gestärkt.

Die Anwendung technisch einwandfreier und wirtschaftlich optimaler Messverfahren und Messmittel hat eine große Bedeutung für die Qualitäts- und Prozesssicherung. In allen Phasen des Wertschöpfungsprozesses finden wir Messvorgänge. Durch Messmittelmanagement wird gewährleistet, dass in allen Produktionsprozessen "richtig" gemessen wird. Dazu müssen alle qualitätsrelevanten Messmittel regelmäßig kalibriert werden und auf nationale Normale rückgeführt sein.



 Organisation

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Organisatorische Einbindung

Durch die organisatorische Einbindung in das Qualitätswesen ist eine unparteiliche und unabhängige Arbeit sichergestellt. Bild 1 gibt eine Übersicht über die Einbindung eines Kalibrierlabors in die Gesamtorganisation. Der Leiter des Kalibrierlabors ist für den Aufbau, die Überwachung und für die ständige Verbesserung des Messmittelmanagementsystems verantwortlich.

Die Kalibriertechniker sollten über eine umfangreiche messtechnische Ausbildung und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Messtechnik verfügen. Durch geeignete Weiterbildungsmaßnahmen müssen die Kenntnisse der Kalibrierer ständig dem neuesten Stand angepasst werden.


Bild 1 Aufbauorganisation eines Unternehmens -Beispiel-

 Begriffe

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Kalibrieren
  • Will man Dinge miteinander vergleichen, muss man auf irgendeine Art und Weise messen. Auf seinen Ursprung zurückgeführt, bedeutet das den Vergleich mit einem Normal.
  • Die daraus resultierenden Kennwerte lassen sich dann, gleiche oder vergleichbare Verfahren vorausgesetzt, zum Beurteilen der Gegenstände verwenden.
  • Kalibrieren bedeutet das Feststellen und Dokumentieren der Abweichung der Anzeige eines Messgerätes (oder des angegebenen Wertes einer Massverkörperung) vom konventionell richtigen Wert der Messgrösse (Normal).
  • Die Bewertung der Ergebnisse obliegt dann dem jeweiligen Anwender.

Rückführung

Internationaler Kilogrammprototyp. Hergestellt 1880 aus 90% Platin und 10% Iridium, deren Dichte etwa 21,5g/cmE3 beträgt.



Aufbewahrt im Bureau International des Poids et Measures (BIPM) in Frankreich.
  • Den Ablauf, dass ein Messmittel mit Hilfe eines höherwertigen Normals kalibriert wird und dieses Normal wiederum mit einem noch höherwertigeren Normal kalibriert wird, bezeichnet man als Kalibrierkette.
  • Ziel dieser Kalibrierkette ist die Rückführbarkeit der Messmittel (traceability) über die nationalen Normale an die SI-Einheiten:
    - Meter
    - Kilogramm
    - Sekunde
    - Ampere
    - Kelvin
    - Mol
    - Candela
  • Daraus wird eine Kalibrierhierarchie (Bild 2) abgeleitet.
    An oberster Stelle stehen in der BRD die von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) entwickelten und bewahrten nationalen Normale.
  • Die lückenlose Dokumentation der Kalibrierstufen erfolgt durch Kalibrier- oder Eichscheine.

Bild 2 Kalibrierhirachie



 Kalibriernotwendigkeit

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Bei vielen Unternehmen ergibt sich die Notwendigkeit der konsequenten Rückführung von Messmitteln auf nationale Normale durch Kalibrierung aus der internationalen Vermarktung ihrer Produkte. Es wird überall mit "gleichem Maß" gemessen.

Neben der allgemeinen Notwendigkeit sind im besonderen die juristischen Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Einschlägige Gesetze und Vorschriften sind ebenso zu beachten wie die vertraglichen Vereinbarungen gegenüber dem Käufer des Produktes (Gewährleistung für die Qualität des Produktes) und die Verpflichtung, nur Produkte in den Verkehr zu bringen, deren Sicherheit bei bestimmungsmäßigem Gebrauch nicht durch Fehler beeinträchtigt ist (1).



 Messmittelmanagementsystem

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Ein Messmittelmanagementsystem besteht im
wesentlichen aus drei Teilprozessen:

Bild 3 Messmittelmanagementsystem


Messmittelplanung

Unter die Messmittelplanung fallen die Aufgaben zur Planung der Verwendung von Messmitteln, ferner die Festlegung der Spezifikationen und Genauigkeitsforderungen. In ihrer Entscheidungsfindung greift die Messmittelplanung auf die Datenbasen der Messmittelverwaltung zurück.


Messmittelverwaltung

Die Messmittelverwaltung beinhaltet die administrative Behandlung der Messmittel. Die Erfassung und Dokumentation der Stamm- und Bewegungsdaten (Kalibrierung, Standort), sowie die Verfolgung des aktuellen Status jedes erfaßten Messmittels sind die wesentlichen Aufgaben der Verwaltung. Zur Automatisierung der Planung und Verwaltung des internen Kalibrier-Services ist der Einsatz einer leistungsstarken Software empfelenswert.


Messmittelüberwachung

Die Messmittelüberwachung wird häufig als übergeordneter Begriff für das Messmittelmanagement verwendet. Im eigentlichen Sinne hat die Messmittelüberwachung die Aufgabe sicherzustellen, dass die im Einsatz befindlichen Messmittel den vorgegebenen Anforderungen entsprechen.
Hierzu sind folgende Maßnahmen zwingend erforderlich:


Periodische Kalibrierung

Alle zur Sicherung der Produktqualität eingesetzten Messmittel sollten regelmäßig hinsichtlich Funktion und Genauigkeit vom internen Kalibrierlabor geprüft oder die Prüfung bei einer anderen autorisierten Stelle z. B. Deutscher Kalibrierdienst (DKD) veranlaßt werden.

Die Kalibrierung von Mess- und Prüfmitteln, die an Produktionsmaschinen oder Einrichtungen eingebaut sind, ist in der Regel bei der vorbeugenden Instandhaltung bzw. Wartung durchzuführen.

Die Kalibrierintervalle der Messmittel müssen regelmäßig angepasst werden. Hierbei wird versucht, dass Gleichgewicht zwischen den Risiken und Kosten optimal zu gestalten.



Kennzeichnung des Messmittelstatus

Status: KALIBRIERT

Messmittel mit Einfluß auf die Produktqualität und Nutzung aller Funktionen / Bereiche.




Status:
TEILKALIBRIERT

Messmittel mit Einfluß auf die Produktqualität und Nutzung einzelner Funktionen / Bereiche.






Dokumentation der Überwachungsergebnisse

Die Kalibrier- und Prüfergebnisse müssen ausführlich genug aufgezeichnet werden, so dass die Rückführbarkeit/Rückverfolgbarkeit aller Messungen nachgewiesen werden kann und alle Messungen unter Bedingungen reproduziert werden können, die den ursprünglichen Bedingungen ähnlich sind.
Im rechten Bild ist die
Hierarchie der Kalibriernachweise dargestellt.


Kalibrierketten

Die Kalibrierkette beschreibt eine messtechnische Hierarchie, in der das weniger genaue Messmittel am jeweils genaueren angeschlossen wird. Die Spitze dieser Kette bildet das staatliche Normal. Das rechte Bild zeigt die Kalibrierkette für den elektrischen Widerstand.



 Auswertung von Kalibrierergebnissen

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Die Kalibrierergebnisse der Bezugs- und Arbeitsnormalien sollten regelmäßig ausgewertet und 
graphisch aufbereitet werden. Aufgrund dieser Daten können die Kalibrierintervalle angepasst
werden, um das Gleichgewicht zwischen Risiko und Kosten optimal zu gestalten.

 

Beispiel für die Auswertung der Kalibrierergebnisse eines 10k Ohm Hausnormals


Copyright by OuT Service 2002



 Literatur

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Bezugsquellen (1) Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG) vom 15.12.1989, BGBl. I, 1989, S. 2198

Literaturhinweise

Calibration: Philosophy in Practice
Fluke Corporation
P.O. Box 9090
Everett, WA 98206-9090
ISBN 0-9638650-0-5
(ggf. auch über Fluke Deutschland erhältlich)

Von erfahrenen Praktikern für Praktiker geschriebenes umfangreiches Kalibrierhandbuch. Im Buch werden alle Themen von den Grundlagen bis Kalibrierverfahren behandelt. Nur in Englisch verfügbar.

  J. Roggensack:
Riskominimierung durch wirtschaftliches Meßmittelmanagement

etz Heft 6/1998

  P. Kuckelkorn:
Richtige Kalibrierung und Prüfmittelverwaltung

F&M 104 (1996) 4

  J. C. Hinn:
Kalibrieren - eigentlich ist alles klar...
QZ 40 (1995)

  W. Betsch, M. Schatz:
Meßräume
QZ 39 (1994)

  Westkämper, E; Jütting, K :
Aufbau und Einführung einer Prüfmittelüberwachung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten in einem mittelständischen Unternehmen
VDI-Z-Spezial, Messen und Überwachen, April 1993

  Langwitz, E:
Wirtschaftliche Aspekte der Kalibrierung
Elektronik 13, 1993


 Diskussionsforum

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Fragen zum Thema Messmittelmanagement oder Kalibrierung werden im moderierten OuT Forum "Messmittelmanagement/Kalibrierung" beantwortet bzw. diskutiert.


 Praxisinformationen

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Der Praxisleitfaden wird ständig aktuallisiert und erweitert!



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 Schulung/Workshop

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